Beginn von Paruresis / Art der Ängste

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Schäfchenzähler
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Beginn von Paruresis / Art der Ängste

Beitrag von Schäfchenzähler » 1. März 2006 20:15

Mich würde mal interessieren, ob ihr "nur" Angst habt, nicht zu können, oder ob ihr (wie ich) irgendwann echt auch die Angst habt, es nicht mehr halten zu können :?:
Wie hat bei Euch Paruresis angefangen? Mit dem Erlebnis, einfach nicht mehr in Gegenwart anderer zu können?

Rolf
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Beitrag von Rolf » 1. März 2006 20:58

Gerne. DER Auslöser ist mir nicht bewußt, suche ab und an danach, erfolglos. Umstände und Erziehung haben den Boden bereitet, und ein Auslöser war da, der ist aber verdrängt (somit auch der genaue Zeitpunkt).

Inzwischen bin ich soweit, pinkeln zu können, wenn einer in der Box ist, oder ich, und der brav da drin bleibt. Ich kann nicht, wenn einer dazukommt, das wird zu eng. Das ganze belastet mich denn auch viel viel weniger, als wie noch vor etlichen Monaten.

Mein absonderliches Verhalten habe ich früher auf P. geschoben, inzwischen ist mir jedoch klar, dass ich meine lieben Mitmenschen nur im Minuten- bis Stundenrahmen ertrage. Deswegen sind meine Unternehmungen auch nicht unbedingt auf „Großveranstaltung“ angelegt, und das kann ich mit oder ohne P. genausogut.

Die Angst, die ich früher hatte, also bereits vor dem Klogang, ist kaum mehr vorhanden – also habe ich auch keine Furcht mehr, das Wasser nicht halten zu können.

Svenja
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Auf einmal - Seite an Seite -oh weh!

Beitrag von Svenja » 6. Oktober 2006 18:24

Habs schon berichtet. Braves Mädchen, Abitur gemacht und immer schön aufs Klöchen gegangen und eingeschlossen, damit mich niemand sieht.

Dann auf der Uni. Toiletten unzureichend und verdreckt. Einigen kam dann die Idee, ins Parkhaus auszuweichen. Da hieß es dann auf einmal Seite an Seite, alles offen...

zefiro39
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Beitrag von zefiro39 » 19. Oktober 2006 14:22

Also, ich habe immer nur Angst, nicht pinkeln zu können.

Die gegenteilige Angst, es nicht halten zu können ist mir völlig fremd.

Wann meine P. angefangen hat, weiß ich nicht mehr so genau. Es muss aber irgendwann zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr gewesen sein. Das kann ich deshalb so genau eingrenzen, da es ein Foto von mir gibt, auf dem ich als kleiner Junge pinkelnd zu sehen bin (von meinem Vater von seitlich hinten aufgenommen). In diesem Alter (etwa 5 Jahre) schien ich also noch zu können, denn ich blicke lachend in die Kamera.

Und eine frühe konkrete Erinnerung an Pinkelhemmung habe ich aus der Zeit der zweiten Klasse (da war ich etwa 7 Jahre alt). Ich erinnere mich, dass ich auf der Schultoilette nicht pinkeln konnte, weil gleichzeitig einige Mitschüler in der Toilette herumgeblödelt haben (die Blödeleien hatten aber nichts mit mir zu tun - mich störte der Lärm und die Unruhe).

hobbes
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Beitrag von hobbes » 24. Juli 2007 16:16

natürlich kann ich es nicht genau sagen, aber ich war ein ziemlicher spätzünder. ich glaube damit hat es begonnen. beim duschen in der schule waren fast alle schon etwas reifer und "hatten haare am sack". ich nicht- ich glaube damit hat es begonnen, dass ich immer in die kabinen gegangen bin. und so hat es sich wohl langsam gesteigert.

PLexT
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Beitrag von PLexT » 5. Oktober 2007 22:24

Ich hab auch schon genauer geschrieben, wies bei mir war. Ich war 13. Beim Aus-Dem-Fenster-Pinkeln bin ich erschreckt worden. Seitdem gehts nichtmehr. Von einer Sekunde auf die andere.
Beim Halten hab ich keine Probleme.

frazier
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Beitrag von frazier » 6. Oktober 2007 00:18

Beim Halten hab ich keine Probleme.
was meinst du damit, plext? meinst du damit halten zu können den druck? und was heißt dann keine probleme? wenn man viel trinkt oder nach langer zeit kriegt man doch immer probleme oder etwa nicht?

PLexT
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Beitrag von PLexT » 6. Oktober 2007 11:18

Die Frage war doch auch, ob ich Probleme habe, den Druck halten zu können. Ich hab da keine Angst, daß ich darüber die Kontrolle verliere. So hab ich das zumindest verstanden, daß die Frage so gemeint war.

Sandra22
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schade das ich das nicht mehr so genau weiss

Beitrag von Sandra22 » 18. Dezember 2007 00:20

ich hab auch nur noch ausschnitte in meim leben

ich hab mir auch die letzten eins zwei jahre gedanken drüber gemacht,WARUM?
ich weiss,das es bei mir verschiedene gründe hatte
*erziehung
*räumliche-umgebung
*mit den jahren dann unzufriedenheit,mit mir selbst


erinner mich grad,wie ich im grundschulalter,beim schwimmunterricht,mich unwohlgefühlt hab,mich umzuziehen,dabei sah ich aus,wie jeder andere
aber mit den jahren wurde es dann schlimmer


aber angst es nicht mehr halten zu können,kenn ich auch nicht,ist sicherlich eben so schlimm
inkontinenz ist das krasse gegenteil von paruresis,aber es kann beides die hölle sein,ich wünsch es keinem und hoffe für euch alle das ihr euren weg findet,da wieder "raus zu kommen"

ich hab für alle von euch hoffnung ihr müsst nur selbst an euch glauben,ihr wisst ja,ihr seid nicht allein und andere haben es auch schffen können!!!

Andy
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Beitrag von Andy » 11. Februar 2008 19:29

Ich glaube bei mir trägt die Vorgeschichte, dass ich als kleiner Junge meist auf einer durchnässten Matratze aufgewacht bin, zum Wesentlichen bei. Ich weiss zwar nicht mehr genau wie alt ich damals war, aber ich glaube es dürfte jeder nachvollziehen können, dass auch ein 7 oder 8 Jahre alter Junge nur ungerne zugibt, dass er immer noch ins Bett macht. Dadurch entstanden bei mir schon früh Schamgefühle, aber mehr im Sinne nicht wie die Anderen "normal" zu sein. Mit 9 oder 10 kriegte ich das Problem zwar in den Griff, aber ich denke trotzdem nur sehr ungerne daran zurück. Den jeder Tag begann damals mit einem sehr unangenehmen "Problem" und das Prägt meiner Meinung nach, speziell im Kindesalter. Das Schlimmste waren damals Jugend- Zeltlager oder wenn ein Freund oder dessen Mutter meinte ich könne ja bei Ihm schlafen...
Desweitern errinere ich mich noch wage an eine Situation, bei der ich damals beim Pinkeln am Strassenrand (Schulweg) von einer älteren Dame "erwischt" wurde. Das ironische ist, dass diese meinte ich solle nur weitermachen. Mir war das Ganze aber so peinlich, dass ich schnellstmöglichst das Weite suchte. Soweit ich mich errinern kann, war das, dass letzte Mal als ich noch unbeschwert konnte.

Hinzu kommt, dass ich zu der Sorte gehöre, die sich eher zurückhält. Ich würde fast behaupten, dass ich seit geraumer Zeit schon über ein sehr geringes Selbstwertgefühl verfüge, was das Ganze sicherlich nicht einfacher macht.
Die Armee (1 Jahr) habe ich zwar mit Paruresis gemeistert, doch jetzt mach ich mir langsam sorgen. Denn dies sind ncht gerade die besten Voraussetzungen für einen werdenden "Staatsdiener".

Bei mir sieht's momentan so aus:
In der Kabine habe ich so gut wie nie Probleme
Draussen nur wenn ich einen Mindestabstand zu Anderen von min. 5 Meter habe
Unter grossem Zeitdruck habe ich manchmal auch Schwierigkeiten
Zuletzt geändert von Andy am 12. Februar 2008 12:06, insgesamt 2-mal geändert.

betroffen
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Beitrag von betroffen » 11. Februar 2008 19:49

@andy:

dir geht es genau gleich wie mir :!: :wink:

Svenja
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Beitrag von Svenja » 18. Februar 2008 19:51

Hallo Andy!
Draussen nur wenn ich einen Mindestabstand zu Anderen von min. 5 Meter habe
Auf die Meterzahl kommt es gar nicht mal an. Hauptsache, die anderen kriegen weder von Deinem Strahl noch von Deiner anschließenden Pfütze etwas mit, oder?

LG Svenja

Andy
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Beitrag von Andy » 18. Februar 2008 20:09

@ Svenja

Kann ich so nicht behaupten. Bei mir ist es eigentlich so, wenns läuft dann läufts und dann ist eigentlich fast alles egal. Das Hauptproblem ist bei mir (denke ich zumindest) die Distanz oder eben halt die "Nähe" zu andern. Und mein Ziel ist ja sozusagen der Strahl bzw. die Pfütze, denn dann kann niemand mehr behaupten ich hätte nicht gekonnt. Und dies ist ja die Angst die ich oder man davor hat...

LG Andy

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