Erfahrungsberichte aus der Christoph Dornier Klinik Münster

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Shyguy 86
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Erfahrungsberichte aus der Christoph Dornier Klinik Münster

Beitrag von Shyguy 86 » 5. Oktober 2012 14:49

Hey,

also ich habe schon öfter von der CDK in Münster gelesen und war vor nem knappen Monat selbst mal dort zum Erstgespräch.

Irgendwo hatte ich auch mal einen Erfahrungsbericht von einer Frau gelesen, die hellauf begeistert war und sagte es hätte sehr geholfen.

Ich bin im Moment noch in der Klärung mit dem ganzen Papierkram für die Krankenkasse, das ist ja schon echt nervig :evil:

Jetzt wollte ich parallel mal hören ob es noch mehr Leute gibt, die dazu was sagen können wie es in der Klinik war, was es gebracht hat usw. Ich erhoffe mir echt viel, der erste Eindruck war auch super und die Leute voll sympatisch.

Die aus der Klinik selbst sagten, dass es ganz selten Fälle gibt, die nach dem Aufenthalt 100% geheilt sind, jedoch fast immer zumindest so viel erreicht wird, dass es einem selbst mehr oder weniger egal ist was die anderen denken wenn man halt länger am Klo ist und dadurch dann im Laufe der Zeit eine dauerhafte Besserung des eigentlichen Problems eintritt.

Ich würde mich freuen wenn ein paar Beiträge zusammen kommen, um mir selbst noch ein besseres Bild zu machen und natürlich auch um alle anderen zu ermutigen im Zweifelsfall auch diesen Schritt zu gehen!

Man muss sich halt auf 4 Wochen stationären Aufenthalt einstellen mit Wochenende zu Hause (auf Wunsch) und ja das größte Problem für mich ist noch: Was sage ich meinem Chef wo ich so lange bin....

Klar kann der Hausarzt mich für die Dauer krankschreiben, damit keiner weiß, dass ich in einer psychatrischen Klinik war, aber dann brauche ich immer noch was, was ich sage. Oder ich müsste es halt offen präsentieren und über mein Problem sprechen. Allerdings weiß ich auch nicht ob ich das möchte weil so wie ich die Kollegen etc. kenne glaube ich halt nicht, dass die für sowas Verständnis haben. Die Befürchtung ist, einerseits blöde Sprüche, andererseits, dass ich dann im Arbeitsumfeld noch größeren psychischen Druck habe, weil ja anschließend sicher jeder drauf achten wird...

So, jetzt aber genug... Fragen über Fragen.... nun kommen Eure Antworten ;-)

Grüße

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Lady
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Beitrag von Lady » 9. Oktober 2012 21:38

Erfahrungsberichte würden mich auch interessiern.
Vor allem würd mich interessieren, ob ein Aufenthalt mit Kind genehmigt werden würde.

Zahlt dir das die Krankenkasse?
Ich mein gelesen zu haben, dass das eine Privatklinik ist und die KK das daher nicht übernimmt.

Zu deiner Berufssituation: Ich würde einfach sagen, dass du in Kur bist.
Eine Kur steht jedem zu - und selbst wenn du sagst aufgrund deiner psychischen Verfassung oder so... du musst ja gar nicht genauer auf dein Problem eingehen. Würd ich in dem Fall auch nicht bei einer anderen Krankheit - da du nicht den ganzen Betrieb informieren muss. Wenn du dort zwei, drei engere Leute hast, die nach deiner Kur fragen, dann kannst du´s ja erzählen...

Shyguy 86
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Beitrag von Shyguy 86 » 15. Oktober 2012 19:33

Hi Lady,

also das mit dem Kind kann ich Dir leider nicht beantworten, aber wenn du denen ne Mail schreibst können die Dir das gleich beantworten.

Zu der Krankenkasse: also wenn ein Arzt bestätigt, dass ein stationärer Aufenthalt notwendig ist müssen die wohl zumindest nen Teil bezahlen. Wie groß dieser Teil genau ist etc. ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Wenn ich dazu was genaueres weiß werde ich es auf jeden Fall posten. Ich muss jetzt morgen erst noch mal zum Urologen, damit der bestätigen kann, dass technisch alles ok ist. War zwar schon mal da vor ca. 2 Jahren, nur wie der Teufel es so will hat der keinen Befund an den Hausarzt geschickt und ist mittlerweile im Ruhestand... da fängt man dann halt nochmal bei 0 an... und nen Termin bekommt man auch nur mit über 1 Monat Wartezeit :-/

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Lady
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Beitrag von Lady » 1. November 2012 16:39

Ohja, berichte weiterhin!!!

Welche Untersuchungen musst du beim Urologe denn alles machen?

Shyguy 86
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Beitrag von Shyguy 86 » 17. November 2012 15:04

Hey,
also der ganze Zenober geht weiter ^^
ich habe diese Woche, nachdem dann der Befund vom Urologen beim Hausarzt war und auch die Klinik nochmals Kontakt aufgenommen hatte, endlich mal den ganzen Kram an die Krankenkasse geschickt.

Jetzt heißt es natürlich abwarten denke ich mal.

Beim Urologen das war eigentlich "harmlos". Als ich vor 2 Jahre da war wurde Prostata abgetastet und Urinprobe genommen. Als ich jetzt kürzlich noch mals da war wurde noch eine Harnstrahl Messung gemacht und noch mal Ultraschall von der Blase ob die richtig entleert wird.

Der Horror war natürlich in diesem kleinen Kabuff, der sowohl von dem voll besetzten Wartezimmer, wie auch von den Damen an der Theke einsehbar war, zu pissen :oops:

Also ich war vorher extra nicht auf Klo, hab dann dort noch mals gute 2L Wasser getrunken und bestimmt ne Stunde oder so gewartet und nach dem 3. Versuch ging es dann irgendwann endlich. Aber es war schon wirklich eine Qual... wie immer eigentlich wenn so viele Leute da sind :-/

Der Urologe hatte übrigens zumindest schon mal von Paruresis gehört und will gerne eine Rückmeldung von mir wenn ich die Behandlung gemacht habe wie's war, damit er auch was hat was er Leuten mit so einem Problem empfehlen kann.

Er sagte zwar es wäre sehr selten, dass Ihn mal jemand darauf anspricht aber er fand es sehr gut, dass ich den Schritt gewagt habe und hat mir viel Erfolg gewünscht :-) Die meisten würden sich das halt leider nicht trauen und schlängeln sich so durch's Leben oder versuchen sich anders zu helfen oder was auch immer...

LG

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Beitrag von tom20 » 23. November 2012 22:38

Hallo shyguy,

erstmal danke dass du hier darüber berichtest, wie das mit der klinik läuft, es gibt hier in deutschland leider noch nicht viele erfahrungsberichte von leuten die wirkliche ine therapie gemacht haben und bei den ganzen institutionen (Krankenkassen, Kliniken etc.) ist das problem auch noch immer viel zu wenig bekannt, kann mir vorstellen, dass man da sehr oft sehr viel erklären muss...

"Der Horror war natürlich in diesem kleinen Kabuff, der sowohl von dem voll besetzten Wartezimmer, wie auch von den Damen an der Theke einsehbar war, zu pissen"

-Das hat mich etwas schockiert, wie darf man sich das denn vorstellen? Normalerweise ist das doch immerhin ein raum mit einer verschliessbaren tür?

Hast du dir mittlerweile überlegt, wie du deine anwesenheit erklärst? falls du nicht sagen willst, dass es was psychisches ist, könntest du ja auch irgendwelche inneren beschwerden (mit magen oder lunge oder so) vorgeben, dass erklärt evtl. eine längere behandlung und auch, warum man dir äußerlich nichts anmerkt...keine ahnung ob das klappt, ist mir nur grade eingefallen.

wäre cool, wenn du uns weiterhin auf dem laufenden hältst!

Shyguy 86
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Beitrag von Shyguy 86 » 30. November 2012 20:29

Hi
also mit dem Bericht ist überhaupt kein Thema. Es müssten viel mehr Leute sich nen ruck geben und dazu durchringen....
Mit dem kabuff das war schlecht beschrieben.... also klar war da ne abschließbare Tür aber das hat mir auch nicht viel genutzt... unten mit spalt... dünn wie Papier.... und draußen halt noch mehr Leute die drauf müssen....

Es wird aber wohl oder übel ein teurer Spaß....
Die Krankenkasse zahlt nur etwas mehr als die Hälfte. Bleiben noch Ca. 4500 für mich. Wenn ich Glück habe übernimmt die private Zusatz Versicherung noch nen Teil aber da habe ich noch keine Antwort.

Muss jetzt noch ne Überweisung von einem Psychologe haben. Da ich früher nur mal in ner ambulanten psycho Therapie war können die nix machen. Muss ich auch jetzt erst mal wieder nem neuen Menschen den ganzen kram erzählen. Naja ich werde berichten wie es weiter geht.

Ich habe ernsthaft schon drüber nachgedacht mich an einen tv Sender zu wenden.... die übernehmen ja teilweise schon mal Kosten der Behandlung für ein Interview in andren Fällen und es muss einfach mal raus in die Welt.

Also zum einen üm anderen mut zu machen und zum anderen um die Kassen unter Druck zu setzen und auch die Universitäten usw mehr an der Behandlung zu tun !

Aber ich weiß nicht ob ich stark genug für sowas bin. Ich denke ich entscheide das im nachhinein...

Sorry für schreibfehler... tippe mit dem Handy

Bis bald viele grüße.

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Lady
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Beitrag von Lady » 2. Dezember 2012 22:27

Krass... 4500 noch selbst drauf zahlen?
Das ist der Hammer!!! Wer kann sich das "mal eben" leisten?

Traurig... wer also kein Geld hat, muss krank bleiben!

Berichte weiterhin!!! :)

Shyguy 86
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Beitrag von Shyguy 86 » 3. Dezember 2012 11:56

Ja..... :-(
das ist wirklich mehr als traurig aber wahr....

Ich hab auch direkt kontakt mit der Klinik aufgenommen un nachgefragt ob man da noch was machen kann... aber leider geht da gar nix. Die sagten die Kasse hätte schon einen relativ hohen Tagessatz angenommen und bei einem Einspruch würde das nur dazu führen, dass Sie die Einwilligung ggf. komplett zurück ziehen.

Da sag ich nur vielen Dank Deutschland für die Milliardenüberschüsse in den Krankenkassen.... die bleiben lieber darauf sitzen, statt sie für die Behandlung der versicherten einzusetzen. Wenn das mal kein tolles System einer gesetzlichen Krankenversicherung ist!?

Das ist wirklich n ganz schöner Haufen Geld... ich bekomm das zwar zusammen... aber eigentlich war das für andere Investitionen gespart :-/ Das wirft einen dann natürlich wieder ewig zurück.

Naja aber es nützt alles nix... ich muss was an meinem Problem tun und wenn es dann wirklich hilft ist es das für mich auch wert. Ich gehe da jetzt mal optimistisch dran, da die in der Klinik sagten, dass die Erfolgschancen gut sind und Erfahrungsberichte die ich im Netz mal dazu gefunden hatte bestätigten dies. Und ich hoffe mal, dass eine Klinik solche Berichte nicht fälscht, wie es Teilweise für Produkte der freien Marktwirtschaft mittlerweile gängig ist ;-)

lg

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paru end it
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Beitrag von paru end it » 6. Dezember 2012 12:38

hi

........wenn ich so sehe was paruresis so alles in meinem leben verpfuscht hat, immer noch verpfuscht und verpfuschen wird, wäre ich bereit diese kosten oder sogar noch mehr zu bezahlen aber nur mit der bedingung das man da geheilt raus geht. nimmt man eben nen kredit oder so auf.

hauptsache man ist den dreck los.

wollte da auch schon mal hin in die klinik, natürlich war der erste schritt dagegen die kosten die fast nicht übernommen werden.

hab auch ein wenig über die klinik recherchiert gehabt und meistens waren
das eher negative berichte. darum entschloss ich mich dagegen.

war dann bei einem psychologen. da wurden die kosten ja übernommen.

tja geholfen hats im endeffekt nichts. hab den mist immernoch. das einzige war das man natürlich nach einer sitzung immer positiv hinausging. ich hatte auch viel erfolge auf öffentlichen toiletten (mit trennwänden). meist aber nur mit "breath holding". nur wenn die blase quälend voll ist läufts ohne. aber wer hält schon gerne so lange aus.

das pinkel gefühl ist ja eines der beklopptesten wenn nicht sogar das bekloppteste gefühl überhaupt.

aber wäre interessant ob die klinik hilfreich ist. vielleicht muss man mal wirklich durchgängig jeden tag üben über ein paar wochen in einer stationären einrichtung.

das war nämlich auch mein reden. was macht 1h beim psychodoc alle zwei wochen der dich für den moment aufheitert wenn man 23h am tag wieder gegen seinen kopf kämpft? man hat ja auch ein leben nebenbei und andere probleme. da stellt sich der alltag ruckzuck wieder ein. und nach 2 wochen zur nächsten sitzung ist man quasi wieder bei null.

tja und da meiner paruresis eine ausgefeilte sozialphobie zu grunde liegt, die mich in anderen lebenslagen genauso blöd behindert und auch noch mit dem älter werden zu immer mehr depressionen führt frage ich mich langsam ob man das überhaupt noch loswerden kann.

...... :twisted: ein teufelskreis eben :twisted: ........

mfg :roll:

limos
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Beitrag von limos » 16. Dezember 2012 16:19

Hallo shyguy,
finde ich super, dass deine KK dir ein wenig Kosten erstattet. Darf ich fragen bei welcher Kasse du bist??
Ich habe 2010 versucht eine Therapie in der CDK von der Techniker Krankenkasse erstattet zu bekommen. Damals hieß es aber von der CDK noch man bräuchte 5 Wochen Therapie (Gesamtkosten 15 Tausend €). Ich bot der Krankenkasse sogar an, den Aufpreis zur normalen 0815 Klinik selbst zu bezahlen (wären 7000 €) gewesen. Aber die Kasse hat sich sowas von stur gestellt. Ich bin durch alle Instanzen gegangen, habe mehrere MDK Gutachten, DIE sind aber alle der Meinung, unsereins bräuchte keine spezielle Behandlung, jede ambulante VT wäre ausreichend!!! Somit ist die Sache leider im Sande verlaufen und ich habe natürlich die Kasse gewechselt.
Ich hatte auch einen sehr guten Eindruck beim Gespräch in der CDK.
Wünsche dir viel Erfolg dort und bin natürlich auch richtig neidisch auf dich!! Bitte nicht falsch verstehen. Ja, halte uns auf dem Laufenden.
Grüße, limos

Shyguy 86
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Beitrag von Shyguy 86 » 7. August 2013 22:20

Hi, Leute!

Sorry war länger nicht mehr hier online. Hatte irgendwie das ganze Frühjahr ziemlich Stress und dann nen Unfall gehabt und erst so langsam wieder fit auf den Beinen.

Ich war leider bisher immer noch nicht in der Klinik und hab auch natürlich dadurch dass ich so lange gefehlt hab wieder so n schlechtes Gewissen gegenüber dem Betrieb, dass ich unmöglich noch ne Therapie von 4 Wochen machen kann.

Das ist natürlich alles großer Mist jetzt :-/

Kasse ist die TK bei mir.

Ja ich werde wohl auch noch n Jahr oder so mich durchmogeln müssen. Und dann mal sehen. Im Moment hab ich auch das Geld nicht grad so passend bzw. haben schon, aber brauche das eigentlich für andere Sachen :-/

Die Krankheit an sich ist halt so n Auf und Ab..... es gibt manchmal Tage, da denk ich boa geil.... es läuft und andere Tage da ist eigentlich ne "sicherere" Situation, aber irgendwie ist die Anspannung trotzdem so groß, dass man keinen Tropfen raus bekommt :-(

Was definitiv hilft, ist wenn jemand in der Gruppe mit der man unterwegs ist weiß, dass es dieses Problem gibt. Also ich kann nicht sagen warum, aber das ist irgendwie beruhigend.

Wünsche Euch alles Gute und viel Erfolg weiterhin :-)

Und melde mich natürlich wenn's was Neues gibt :-)

Grüße

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