Was mich einmal dringend interessieren würde...

Hier gibt es alles zum Thema psychische Entleerungsstörung
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JohannB.
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Was mich einmal dringend interessieren würde...

Beitrag von JohannB. » 16. Juni 2007 20:04

..., ist hier irgendjemand, der es endgültig wegbekommen hat ?

Mir ist nach einigem Stöbern in diesem Forum aufgefallen, dass zwar ziemlich viele das gleiche Problem beschreiben, und auch eine Reihe von Lösungsansätzen genannt werden, ich allerdings noch kein einziges Mal von jemanden gelesen habe "Jo super, es ist ein für alle mal weg..."

Hatte jemand schon dieses Erfolgserlebnis? :roll:

oOoOoo
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Beitrag von oOoOoo » 16. Juni 2007 21:55

ob es bei irgendwem ganz weg ist, weiß ich nicht. aber erfolgserlebnisse kann man schon ein paar hier lesen. ich vermute mal, du suchst nach der patentlösung ;) aber die wird es nicht geben.
Arroganz ist die Kunst, auf seine eigene Dummheit stolz zu sein.

JohannB.
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Beitrag von JohannB. » 16. Juni 2007 22:10

...nein, ich suche nach garkeiner Lösung mehr, ich bin schon seit längerem zu dem Schluss gekommen, dass das Problem mit vertretbarem Aufwand nicht in den Griff zu bekommen ist. :(

Ich bin zufällig auf dieses Forum hier gestossen und hatte gehofft, dass mich jemand vom Gegenteil überzeugen kann, aber wie es scheint, ist dem leider nicht so.

Ich lese hier immer wieder von solchen "Fortschritten" wie "wenn ich mir auf einem Bierfest 2 Liter Bier hinter die Binde gekippt habe, dann gings (besoffen, enthemmt und mit einer Blase kurz vorm platzen) problemlos" - oder "in Kabinen kann ich jetzt immer".

Das sind zwar (vermeintliche) Fortschritte, aber keine Heilung. Ich frage mich, ob es jemand wirklich _restlos_wegbekommen hat.

oOoOoo
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Beitrag von oOoOoo » 16. Juni 2007 22:14

ob es eine wirkliche heilung gibt, weiß ich nicht... vielleicht nicht für jeden..aber für den, der die hoffnung aufgibt ganz bestimmt nicht. es schwer anderen zu sagen, gib noch nicht auf, es wird eine lösung geben, wenn man selbst noch keine gefunden hat. ich bin mir aber sicher, dass jeder noch so kleine fortschritt für jeden der so leidet eine große leistung ist. du bist siet zwei tagen hier angemeldet...ich weiß nicht wie lange du schon hier mitliest...aber wieviele dinge/vorschläge hast du schon in die tat umgesetzt um zu testen, um zu üben...um dann erstmal zu sehen, ob sie dir helfen oder nicht?
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JohannB.
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Beitrag von JohannB. » 16. Juni 2007 22:46

Der Zeitpunkt der Anmeldung entspricht schon in etwa auch dem Zeitpunkt, seitdem ich das Forum hier kenne :D

Ich habe jetzt auch nicht wirklich alles gelesen, aber selbst wenn man nur die Überschriften der einzelnen Threads überfliegt, fällt einem das Fehlen jeglicher Erfolgsberichte (also wie gesagt, keine Fortschritte sondern Berichte von Leuten die es endgültig los sind) schon auf :(

Bei mir ist es so, dass ich keine Probleme habe, wenn ich die Tür der Kabine hinter mir zugemacht habe, oder unter Alkoholeinfluss stehe - da die Anzahl der Situationen, in denen ich weder betrunken bin, noch irgendwelche Klos mit Kabinen in der Nähe sind praktisch an einer Hand abzählbar sind, ist für mich das Problem (ohne es jetzt irgendwie verdrängen zu wollen) nicht so präsent.

Trotzdem wäre ich es gerne restlos los. Der Aufwand, der damit verbunden ist, schreckt mich aber im Hinblich auf die Erfolgsquote ein bißchen ab. Daher immer noch die Frage - hat es irgendjemand wirklich endgültig hinter sich gelassen, und wenn ja, mit welchem Aufwand :?:

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Beitrag von frazier » 17. Juni 2007 00:51

also ich bin eigentlich schon recht überzeugt davon dass es leute gibt die das problem wegbekommen haben. warum steht es dann nicht hier?
was würdest du denn machen wenn das problem von heut auf morgen weg ist? würdest du hier einen großen bericht verfassen oder würdest du diese site vollkommen vergessen um nie wieder mit dem begriff paruresis in verbindung zu kommen?
also ich muss ganz offen zu geben, sollte ich das problem mal los sein werd ich diese site auch vergessen (wollen) und ich glaube nicht das ich hier dann einen erfolgsbericht verfassen werde.
nebenbei gesagt hatte ich heute einen großen erfolg zu vermelden, als ich bei einer großen event super ans pissoir konnte, trotz menschenmassen und recht schnell pissen konnte. hatte nicht mal mehr einen steifen JUHU (das ist nämlich bei mir das problem ;().

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Beitrag von oOoOoo » 17. Juni 2007 06:44

@johannb
spielt es denn für dich eine rolle, ob die kabine komplett geschlossen ist oder nicht? und der zeitdruck? und das wissen, dass vielleicht leute vor der tür sind?

jeder mensch hat ein natürliches schamverhalten. und gewisse dinge sind einfach so, wie sie sind. wenn du nur probleme hast, wenn direkt jemand neben dir steht, dann würde ich das nicht als paruresis bezeichnen, sondern als (natürliches) schamverhalten. wenn du dich dort reinsteigerst, kann das allerdings auch umschlagen....
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carsten
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viele

Beitrag von carsten » 17. Juni 2007 09:44

hallo,

es sind viele, die es bisher geschafft haben. der punkt ist, dass nahezu alle das forum verlassen, wenn es ihnen besser geht.
hinweis: bereits bei dem weg zur besserung ist es besser, hier nicht immer zu lesen und zu schreiben, denn die intensive beschäftigung ( insbesondere mit "es gibt sowieso keine lösung" ) kann dann kontraproduktiv sein. es gilt dann: abstand zu schaffen und zu wahren und zwar zu üben, aber nicht den ganzen tag "paruresis" im kopf zu haben.

paruresis ist keine phobie, die keine heilung erfahren kann oder auf kompliziertesten traumatischen kindheitserlebnissen basiert etc. übungen aus dem buch "lass es laufen" ( siehe "bücher" ) helfen bereits sehr gut und wem das nicht hilft, der sollte sich in professionelle obhut begeben.

ich habe bereits mehrere dankes- bzw. abschiedsmails und sogar briefe erhalten, in welchem sich die leute bedanken und gar nciht mehr verstehen können, wo denn eigentlich ihr problem lag - zitat: "letztlich ging es doch nur ums pinkeln".

also nicht aufgeben und ggf. hilfe annehmen.

gruß

carsten

JohannB.
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Beitrag von JohannB. » 17. Juni 2007 11:12

@ oOoOoo: Wenn Leute vor der Tür sind, stört es mich solange nicht, wie ich die Eindruck habe, ich werde nicht beachtet. Dann geht es auch, wenn die Tür nur halb zu ist. Fast unmöglich ist es, wenn jemand auf mich wartet "Klopfklopf - Mach mal weiter da..." An den Orten, an denen soetwas passiert (Discos, Bars etc.) ist allerdings meistens Alkohol im Spiel, der dass Problem bei mir nahezu ganz löst. (Einmal bin ich bei einer Party ziemlich betrunken an so eine Pissrinne gegangen an der auch noch 2 andere standen und hab einfach gepinkelt - 10 Sekunden später ist mir es erst aufgefallen :wink: ) Jedenfalls würde ich nicht sagen, dass es nur ein Schamverhalten, sondern schon Paruresis ist.
was würdest du denn machen wenn das problem von heut auf morgen weg ist?
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen "Juchu, es ist weg Thread verfassen" :) Von daher wundert es mich ja so, dass hier genau diese Threads gänzlich fehlen.

PP
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Beitrag von PP » 17. Juni 2007 21:36

Hallo JohannB.,

ab und zu gibt es schon einen Erfolgsbericht.
Man muss natürlich auch die Frage stellen, was einen Erfolg darstellt.
Man könnte sagen, dass jeder Mensch Paruresis hat.
Es gibt bei jedem irgendeine Situation im Beisein anderer Menschen, in der man dann nicht pinkeln kann.
Im nüchternen Zustand auf einem belebten Markplatz in einen Eimer?
Schlägerei auf dem Klo und einer kann trotzdem am Pissoir?
Das können wohl nur die Wenigsten!
Die eigene Phantasie bringt sicher noch mehr Beispiele.
Es gibt also eine Paruresis-Skala, auf der sich jeder Mensch irgendwo befindet und manche Leute finden es nervig, kommen nicht damit klar bzw nehmen es als Lebenseinschränkung wahr, weil sie sich auf der Skala zu weit oben befinden.
Bei diesen Menschen würde ich dann von Paruresis sprechen.

Ein Erfolg wäre also, seinen eigenen Wert auf der Skala herunter zu bekommen. Wie oben schon beschrieben, wird man sie nie ganz los.
So gesehen gibt es keine absolute Heilung aber eine Verbesserung.

Erfolgserlebnisse bekommt man nur durch Probieren.
Ich habe jetzt schon einige Male im Beisein eines Fremden gekonnt.
Im Beisein eines oder mehrerer Pee-Buddys, zwischen zwei Pee-Buddys,
ich habe das Bewußtsein bekommen, dass man mit diesem Problem auf öffentlichen Toiletten wahrhaft kein Exot ist.
Ich traue mich überhaupt wieder ans Pissoir und traue mich länger stehen zu bleiben, auch wenn es einer mitbekommt.
Ich habe dadurch drei Leute kennengelernt, mit denen ich ein gemeinsames Problem teile und mit denen ich mich super verstehe und auch andere persönliche Themen außer Paruresis bespreche.
Besonders bei teilweiser sozialer Abgrenzung in der Vergangenheit ist das Gold wert.

Das sind meine Erfolge. Wenn ich das Problem radikaler angehen würde, wie ich es irgendwann vorhabe, werden auch die Erfolge schneller größer werden.
Radikaler ginge es:
- täglich üben
- auch mit Unbetroffenen darüber reden (vielleicht sogar mit Bekannten :shock:)
- Extremtraining (Bei voller Toilette solange stehenbleiben, bis es läuft, auch wenn es 30 Minuten dauert)

Adriana
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Beitrag von Adriana » 23. Juni 2007 00:27

Ich arbeite an einem Erfolgsbericht. Es ist mein Ziel, hier mal einen reinzustellen. Ich kann leider nicht viel mehr dazu sagen, als: ES IST BESSER GEWORDEN!!! Ich kann jetzt in Situationen, in denen es früher nicht ging und die Paruresis ist jetzt nicht mehr so das Problemthema, wie es früher war, dh es schränkt mein Leben nicht mehr so ein.
Ich mache grade eine Therapie, muß teilweise total irre abstruse Sachen machen, aber der Witz ist ja: es hilft irgendwie.
Manchmal hasse ich meine Therapeutin dafür, dass ich so seltsame Übungen machen muß, und ich hasse meinen Freund dafür, dass er mich immer in so seltsame Situationen schleppt, mich motiviert, weiterzumachen. Und ehrlich: es hilft!!!
Leider gibt es immer noch die Situationen wie: Langstreckenflüge, Bahnfahrten, Massenveranstaltungen, für die ich keine Lösung gefunden habe. Aber irgendwann kommt das, da bin ich mir sicher!!!

PeterK
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nein

Beitrag von PeterK » 13. August 2007 20:39

es geht wohl niemals weg. Ich bin 49 und habe es seit meinem Kindesalter.

peter

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