Hallo :)

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Jepopayne
Newbie
Beiträge: 1
Registriert: 30. September 2026 10:45

Hallo :)

Beitrag von Jepopayne »

Moin :)

Ich weiss gar nicht wie ich das anfangen soll.. Ich leide darunter seit 2014, als ich mit der Klasse 10 Stunden mit dem Bus nach Paris gefahren bin. Es ist dort eigentlich nichts passiert, es war einfach da, falls ihr versteht.

Es hat sich seitdem so verfestigt, dass ich immer nur kleine Routen plane oder mit Übernachtung, da ich im Hotel dann Ruhe hab. Im schlimmsten Fall, halte ich bis zu 12 Stunden auf und kann dann auch wirklich erst nur, wenn ich Zuhause "in Sicherheit" bin.
Trinken tue ich dann meistens auch nichts, wenn ich weiss, dass ich länger unterwegs bin. Optimal ist das auch nicht.

Das komische: ich kann, nicht immer natürlich, nur auf Klos, die ein komplett geschlossener Raum sind. Jemand wartet vor der Tür? Dann kann ich es komplett vergessen. Kabinen gehen g a r n i c h t. Bei Freunden geht es mit viel Geduld. Oder auch nicht. Gerade wenn ich meine Periode habe, bin ich so unentspannt und verkrampft, das es einfach nicht geht. Das frustriert mich alles so sehr, weil ich so gerne mal weiter weg Reisen will.

Ich denke mein Problem ist, ich will nicht das Leute wissen dass ich auf dem Klo bin. Das ist total dumm weil ich weiss, dass das normal ist. Aber mein Gehirn streikt komplett und ich kann es komplett vergessen.

Ich finde das Forum hier super, habe aber das Gefühl mir würde Medikation besser helfen. Konfrontationstherapie, weiss ich würde auch nicht helfen. Ist wie mit Präsentationen. Egal wie oft ich präsentiere, es wird nicht besser sich immer der Angst zu stellen.


Naja Soviel zu mir!
LG :)
DavidRe
User
Beiträge: 21
Registriert: 8. November 2025 13:17

Re: Hallo :)

Beitrag von DavidRe »

Hi,

Willkommen im Forum! Der erste Schritt ist getan. Du bist nicht alleine. Es geht vielen Leuten so.

Ich kann nur von meiner männlichen Sichtweise erzählen. Bei mir war es auch einmal recht schlimm. Ich konnte kaum daheim bei meinen Eltern oder auch bei sehr guten Freunden. Und je mehr ich versucht habe alles zu Vermeiden, desto mehr ging es abwärts, sodass ich mir schlussendlich psychologische Hilfe geholt hab. Das war das erste Mal, dass ich mit einer anderen Person darüber sprechen konnte, auch wenn die Therapeutin noch nie was davon gehört hatte. Gemeinsam haben wir dann aber eine Strategie entwickelt und ich hab mich meinen nächsten und wichtigsten Personen in meinem Umkreis geöffnet. Ich habe nur Liebe und Verständnis erfahren und konnte dann mit einem ersten Übungsplan für Expotion wieder soweit mich verbessern, dass ich wieder (über-)lebensfähig war.

Durch die Übungen und der Psychologin ist mein Selbstwertgefühl und mein Selbstbewusstsein gestiegen. Ich fuhr nach Wien zu einem tollen Workshop. Dort habe ich andere tolle Menschen kennengelernt die ähnliche Themeb hatten. Auch 2 Frauen waren dabei. Dort lernte ich neue Techniken und wie man das Thema sinnvoll und kontrolliert angeht. Und jetzt ist es fast schon ganz verschwunden. Früher konnte ich nicht mal wenn ich das Gefühl hatte es könnte nur jmd in der Nähe sein und wissen wo ich bin. Jetzt stehe ich zu Weihnachten in einem vollgesteckten Kaufhaus Schulter an Schulter am Pissoir und kann pinkeln.

Der Weg ist nicht leicht, aber auch nicht unmöglich. Ich dachte auch am Anfang dass diese Expositionsübungen nichts für mich sind. Aber mit der richtigen und geführten Herangehensweise stellen sich schnell Erfolge ein und irgendwann fällt der Mantel der Nervosität ab und dann macht es sogar Spaß üben zu gehen! 😀

Mein tipp: lass es körperlich abklären, such dir einen guten Therapeuten und besuche den Workshop. Du wirst ein anderes Leben führen. Eines das wieder Spaß macht!

Lg David
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