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chad5
Newbie
Beiträge: 2
Registriert: 8. Januar 2026 09:06

Grüße ins Forum!

Beitrag von chad5 »

Hallo Forum-Community!
Ich bin noch 48 Jahre alt und komme aus Wien. Seit meiner Pubertät war ich nur mehr 2-mal in meinem Leben an einem Urinal beide mal war ich absolut sicher das keiner den Raum betreten kann. Ich schätze mal ich habe es schlicht weg verlernt. Es begann wohl damit das ich daheim nicht der „sauberste“ Stehpinkler war und meine Mutter mich deshalb bat mich doch hinzusetzen. Daraus entstand auch eine gewisse Bequemlichkeit. Es war irgendwie einfacher es im Sitzen laufen zu lassen. Nachdem ich Schulen besuchte, die keine Urinale hatten viel es nicht auf das ich mich dort auch hinsetzte. Sicher gab es einige andere Jungs, die bei offener Tür und im stehen pinkelten und ich muss zugeben, wenn das WC sehr versaut war machte ich das auch ohne Probleme. Aber im Großen und Ganzen entstand wohl so meine Gewohnheit mich hinzusetzen. In späterer folge sei es beim Bundesheer oder am Arbeitsplatz gab es zwar Urinale aber zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich nicht wohl bei dem Gedanken dort mein Geschäft zu verrichten sondern nahm immer gleich den Weg in die Kabine. Wobei ich das damals keineswegs peinlich fand, und lief auch immer gut. Mich störte es auch nicht wenn viel los war auf der Toilette und sogar wer vor der Tür wartete. Einzig bei der Musterung konnte ich nicht vor allen meine Harnprobe abgeben, sondern musste nach einer halben Stunde wiederkommen, wobei ich dann vielen trinken musste und konnte dann allein in der Toilette meine Probe abgeben konnte. Es hat mich damals auch nicht groß in meinem sozialen Leben behindert. Egal ob ich bei Freunden zu besuch war oder beim Ausgehen in Restaurants es war mindestens eine Toilette verfügbar. Ich konnte auch im sogar im Flugzeug gehen. Meine damaligen Freunde hat es auch nicht interessiert das ich jetzt nicht am Urinal stehe. Außerdem war es in Disco‘s oft so dass ich mir nur den Eintritt und maximal zwei Getränke leisten konnte somit war der Harndruck auch nicht groß. Doch über die Jahre fing es an schleichend schlimmer zu werden. Es häuften sich die Situationen, wo es einfach nicht ging und ich immer schrittweise unsicherer wurde. Wenn vielleicht jemand vor der Kabine steht oder an der Tür rüttelte oder wenn Geräusche neben mir zu höheren waren. Und so begann der Prozess des Vermeidens und des abwägen ob ich es lieber noch aushalte oder einfach probiere und ein Scheitern riskiere.
So bin ich dann an einen Punkt angekommen wo öffentliche Toiletten oder auch Toiletten bei Freunden gewisse Kriterien erfüllen müssen damit es läuft. Es hat mich aber trotzdem nicht davon abgehalten zu Reisen oder Freunde zu besuchen. Es waren halt manche Reise oder Besuche schmerzhafter als andere. Ich glaube das erste mal habe ich 2017 die Symptome bei Google eingeben. Doch die ersten Recherchen brachten mich schnell an Erfahrungsberichte dich mich eher erschreckten sodass ich dieses Thema versucht hab wieder zu verdrängen. Erst letztes Jahr 2025 wo die Möglichkeit einer Fernreise nach Japan im Raum stand brachte mich dazu mich wieder diesem Thema zu widmen. Ein bis zu 14 Stunden Flug wollte ich mir nicht antun. Aufgrund einer Erkrankung wurde dann doch nichts draus. Ich möchte aber trotzdem Versuchen an dem Problem zu arbeiten. Es gibt aber bei meinen bisherigen Bemühungen noch Luft nach oben.
Jupp
Poweruser
Beiträge: 114
Registriert: 15. Januar 2011 22:51
Wohnort: NRW

Re: Grüße ins Forum!

Beitrag von Jupp »

Hallo und herzlich willkommen im Forum!
Und danke für deinen Bericht. Da du so freimütig über deine Gewohnheit im Sitzen zu urinieren schreibst, traue ich mich jetzt auch mal, etwas zu schreiben, was ich noch nie öffentlich getan habe. Denn als kleiner Junge habe ich auch ausschließlich im Sitzen gepinkelt. Ich kannte es einfach nicht anders. Zuerst bin ich aufs Töpfchen gesetzt worden, später dann aufs WC. Alleine habe ich es dann halt genauso gemacht. Die Reaktion meiner Mutter war allerdings die entgegengesetzte wie bei dir. Als sie einmal ins Bad kam und ich auf dem WC saß, rief sie entsetzt: „Du pinkelst ja im Sitzen! Männer müssen im Stehen pinkeln!“ Männer ist gut; da war ich etwa vier oder fünf. Aber es war Anfang der 70er Jahre und damals pinkelten Jungs und Männer eben immer im Stehen.
Ich fand es aber eine Zumutung, mir vorschreiben zu lassen, wie ich das zu tun habe, und habe mich weiter hingesetzt.
Erst so mit zehn oder elf Jahren auf dem Gymnasium habe ich gemerkt, daß es viel praktischer ist, im Stehen zu pinkeln. Einfach nur die Hose aufmachen, anstatt sich umständlich auszuziehen. Ich mußte dann erstmal zielen üben. Seitdem finde ich es viel natürlicher, im Stehen zu pinkeln. Und zumindest außer Haus würde ich es immer so machen.
Ich möchte dich gerne ermutigen, es dir auch zur Gewohnheit zu machen, so oft wie möglich im Stehen zu pinkeln.
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