Wieder da... oder immer noch?

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Matze
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Wieder da... oder immer noch?

Beitrag von Matze » 29. Januar 2021 23:28

Hallo Leute,

ich war jetzt seit 2016 hier nicht mehr aktiv, bin aber neugierig, was hier noch so los ist.
Ich habe leider nie einen richtige Pee-Buddy gehabt, und würde das noch immer gerne versuchen.

Grundsätzlich ist das Thema bei mir ein wenig entspannter geworden in den letzten Jahren. Ich kann ein wenig besser am Pissoir, aber es ist extrem von der Situation abhängig.

Ich habe aber auf jeden Fall mittlerweile den Mut, es Leuten zu sagen, wenn es auf eine Zusammen-Pinkeln-Situation hinausläuft. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht, da fast alle Verständnis hatten. Ich habe rausgefunden, dass es oft gut geht, wenn ich das Leuten erzähle und erkläre. Ich habe Kollegen, die das wissen, mit dem einen geht es immer locker. In der ersten Situation ist er mir zur Toilette gefolgt, hat neben mir gepinkelt, dann die Hände gewaschen. Danach kam er wieder zum quatschen zu mir ans Pissoir, fragte, was los ist. Ich habs ihm erzählt, ihn gebeten bei mir zu bleiben. Wir haben über Gott und die Welt geredet, bis es ging. Es war ihm nicht peinlich und mir nicht, aber irgendwann gings dann. Das war ein wirklich einschneidender Moment und eine mega gute Erfahrung. Er hat mir gesagt, dass er auch oft nicht gut kann, wenn andere dabei sind, es für ihn aber absolut kein Thema ist. "Dann ist das halt so, mir egal, was andere denken". Das hat mir richtig Mut gemacht und seit dem Erlebnis bin ich viel lockerer.

Habt ihr auch solch ein Erlebnis gehabt, dass euch positiv beeinflusst hat?

Grüße,
Matze

Rolf
Poweruser
Beiträge: 221
Registriert: 30. März 2004 19:21

Re: Wieder da... oder immer noch?

Beitrag von Rolf » 8. Februar 2021 23:18

Moin Matze,

als UHU kann ich dir sagen: man kann damit leben! Im Älterwerden relativiert sich doch einiges, aber es kommen andere Sachen dazu (die alles trotzdem nicht einfacher machen und dafür sorgen, dass uns nicht zu wohl wird)…

Es ist ruhiger geworden hier, ich denke es sind die vielen anderen Plattformen (neben den Foren) ursächlich, die aus dem Boden sprießen.

Was du beschreibst, klingt für mich wie das „Vollbild“ einer sozialen Phobie, wie sie viele hier erleben. Verinnerlicht man sein (schräges) Verhalten so sehr, dass ein „Reflex“ daraus erwächst, hat man einen Tic weg! Was dagegen hilft ist, das Verhalten zu ändern - du beschreibst das recht gut. Und „ ...wenn andere dabei sind“ heißt wohl genauer, es kommt drauf an, wer dabei ist…

Während bei Phobien oft mit Konfrontation geübt wird, ist das bei P. mit seiner Lokation „da unten“ nicht so ohne weiteres möglich. Derzeit kommt es mir obendrein so vor, als erleben wir einen Rückfall in prüdere Zeiten. Nach den 68ern kam HIV als Dämpfer, nach den vielen sozialen Möglichkeiten kommt COVID. Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich mich ohne Atemmaske für mein „nacktes“ Gesicht schäme. Zu recht befürchte ich - aber mir tun die Kinder leid, die zur Zeit heranwachsen.

Gruß, Rolf

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